Vorschlag für ein "demokratisiertes Leistungsschutzrecht" mit fairer Vergütung für das 21. Jahrhundert #dlsr21

#SaveYourInternet #Uploadfilter #Artikel13 #GehtWählen #Europawahl2019 #GehtInformiertWählen #Yes2Copyright

Sehr geehrter Herr Solmecke,

liebe Politikerinnen und Politiker aller rechtsstaatlichen Parteien Europas,

liebe EU-Mitbürgerinnen und -Mitbürger,

@Herr Solmecke

erst einmal vielen Dank für Ihre sehr guten Youtube Videos und Ihren Einsatz in der Causa Artikel13/17. Diese sind inhaltlich super, auch für den interessierten Jura-Laien wie mich sehr gut verständlich und von der Präsentation her oft mehr als unterhaltsam. Daumen hoch - weiter so!

Bezüglich Ihres Gegenvorschlags den Sie hier

https://www.youtube.com/watch?v=_Ls8ICPZ-tI

als Video veröffentlicht haben, würde ich gerne eine Erweiterung vorschlagen, die Dinge anspricht, den Ihr Vorschlag in meinen Augen nicht hinreichend berücksichtigt.

TLDR:

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Die alten Verteilungsstrukturen sind Relikte aus vergangenen Jahrhunderten. Sie müssen demokratischer gestaltet werden - und das können sie auch.

Kern der Idee ist nach wie vor eine "Europaweite zentrale Verwaltungs- und Vergütungsstelle". Diese wird durch eine Abgabe im Sinne einer "Kultursteuer" der EU Bürger sowie einer Gewinnbeteiligung bei "gratis" Content Anbietern finanziert. Dieser Ansatz benötigt kein Volumen-Monitoring oder Upload-Filter an irgendeiner Stelle. Den einzahlenden Privatpersonen wird ein Mitspracherecht zu einem signifikanten Anteil der eingezahlten Beträge eingeräumt um Ungerechtigkeiten, die an aktuellen Lösungen existieren, zu reduzieren. Diese Verteilung geschieht über einen "Mäzen Mechanismus" ähnlich von Platformen wie Patreon direkt vom Konsumenten zum Kreativen. Dadurch können auch kleine Kreativ-Schaffende an den Erlösen beteiligt werden.

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Kurzfassung (verbessert)

Jeder zahlt einen Beitrag - diese Beiträge werden eingezogen wie eine Steuer - sagen wir 1% des Einkommens eines Haushalts.  

Sagen wir für das Rechenbeispiel 20 Euro: davon gehen 5 Euro an GEMA, Schriftverwertung, Printmedien wie Axelspringer & Co; Dafür entfallen sämtliche Dinge wie GEMA Meldungen, Steuer auf CD/DVD/USB/HDD/Druckerpapier usw. Wie die klassischen Verwerter wiederum ihre Gelder unter sich Verteilen liegt bei ihnen selbst.

5 Euro gehen an Radio/Fernsehen/Öffentlich-Rechtliche, Theater und sonstige Institutionen - damit entfällt die GEZ. Wie die Öffentlich-Rechtlichen und andere Institutionen wiederum diese Gelder verteilen liegt bei ihnen selbst.

Über die verbleibenden 10 Euro kann ich frei verfügen und verteilen (analog Patreon, Flattr etc.), darf sie aber nicht mir selber geben. Wenn ich sie nicht verteile, greift die "Oma-Erna Klausel" und mein 10 Euro gehen anteilig zu je 5 Euro an GEMA&Co und an ÖR/Theater. Wenn ich sie verteilen möchte, kann ich das nach Gutdünken jederzeit einmalig oder als "Dauerauftrag" handhaben.

Du bekommst 1 Euro von mir - Nina, Ralf, Marius, Eddie und ein paar andere ebenso. Nicht als Spende, sondern als ein Teil Deines "Einkommen" - das Du versteuern musst.

Jetzt kommt der Clou:

Tun wir mal so als seien das keine Euro, sondern Du wandelst Deine 10 Euro in etwas ein (ähnlich Twitch-Bits) nennen wir sie "Riders" () - ohne A - ja, ich weiß - (achtung - Jugendsprech) famehure....!

Und tun wir mal so als gäbe es nur 100 Haushalte in der EU, damit die Zahlen kleiner bleiben. Wir haben also von allen Haushalten 2000♞ eingesammelt, die einem Wert von 2000€ entsprechen. Google&Co müssen sich beteiligen über ihre Gewinne - dieser Betrag geht gleichmäßig auf jeden Rider (♞) on top. Sagen wir mal Google&Co zahlen 1000€ in den Pot ein.

Im Pot liegen 3000€.

Damit entsprechen die 2000♞ nun einem Wert von 3000€.

Wenn jemanden nun einen ♞ bekommt, erhält derjenige effektiv 1,5€ - egal ob Gema, Axelspringer, die ÖR&Theater, sondern auch die Youtuber, Streamer oder sonstige Kleinkreative. Denn auch deren Content wird geklaut und verbreitet auf den "gratis" Seiten. Nicht nur die Inhalte, deren Verwertungsrechte bei GEMA&Co liegen. Damit entfällt die Urheberrechtsnovelle wie geplant - Artikel11/13 12/17 wie auch immer sind hinfällig.

Wichtig hier: Auch Kinder ab einem gewissen Alter sind verteilungsberechtigt. Also effektiv erwirbt jeder Haushalt durch 1% seines Einkommens ♞. Dadurch haben Kinder und Jugendliche die gleiche Anzahl an ♞  über die sie verfügen können ganz ohne Einkommen. Das ist fair, da sie auch konsumieren und produzieren. Ich will meinem Kind nicht vorschreiben, wo es seine ♞ im kulturellen Bereich auszugeben hat. Ich möchte auch nicht mit den Kindern darüber diskutieren, ob HipHop, Techno oder Theater mehr ♞ verdient hat. Daher sollten wir uns "meine" 10♞ nicht teilen müssen. Aus dem oben genannten Beispiel "erwirbt" Mom, Dad, Sohn und Tochter jeweils 10♞, die sie verteilen dürfen. Dies reduziert zwar den Wert eines ♞ im obigen Beispiel - ist aber Gerechter für Familien und löst viele Randprobleme (Gehaltsverteilungen, Kaufkraft, Währungen in der EU etc.).

Ursprüngliche Fassung

Sehr geehrter Herr Solmecke, Ihr Gegenvorschlag zu Artikel 13 ist zwar besser als Artikel 13 aber leider auch nicht das Gelbe vom Ei - da er einfach nur ein Konzept aufgreift, dessen Grundannahmen aus dem letzten Jahrhundert stammen und daher nur noch bedingt Gültigkeit haben oder heute besser gehandhabt werden können.

Wo ist das Problem?

Zum einen werden die "Großkonzerne" nicht zur Kasse gebeten. Zum anderen wird jeder Internet-Traffic unter einen "Generalverdacht" gestellt und um den zu Umgehen wird eine Absolution über einen Gießkannen Mechanismus etabliert.

Die Kernprobleme sind hier: der Gießkannenkopf hat keine gleich großen Löcher - dazu später mehr - und es werden wieder unfaire Annahmen getroffen die zu Lasten der Verbraucher gehen!

Wenn man Ihre Idee so umsetzt, dass die Provider und Plattformen Abgaben machen müssen anhand einer Pauschale, wird diese faktisch immer auf die Verbraucher umgelegt. Die Internet-Anschluss Anbieter (ISPs) werden das nicht aus eigener Tasche bezahlen - und hier ist der weitere Geldfluss schon sofort intransparent und landet unter Umständen in den völlig falschen Geldbeuteln. Vermutlich wird das dann auch nach Volumen irgendwie aufgeschlüsselt werden müssen - denn sonst hat man keine Messgröße.

Das ist strikt abzulehnen - denn der individuelle Nutzer - sei es privat oder Firma hat sehr wohl einen vermutlich recht hohen Anteil an Material, das völlig legal über die Leitung geht. Ich glaube, dass es schon bei jedem ein grobes Gespür dafür gibt wie viel illegale/semi legale Inhalte bei sich selbst so konsumiert werden - warum das relevant ist, wird unten in meinem Gegenvorschlag hoffentlich deutlich.

Um aber mal einen Eindruck zu geben, warum Datenvolumen als Maß extrem schlecht ist:

Privat verwenden viele Menschen Spieleplattformen wie Steam - darauf haben sie die Spiele legal erworben. Ein Spiele Download ist heute mehrere Gigabyte groß und es gibt regelmäßig Updates. Auch private Backups, sei es zu Familienmitgliedern an einem anderen Standort (tun nicht viele sollten sie aber!) oder in die Cloud, können viel Volumen verursachen.

Netflix & Co haben am Bandbreitenverbrauch auch einen nach wie vor deutlich steigenden Anteil - ich habe privat keinen Fernsehempfang - hier geht alles über das Internet - auch ARD & ZDF (wofür ich mit Rundfunk dann 2x blechen würde)! Bei vielen Freiwilligen in Creative Commons Projekten kommen dazu Datenbestände der Projekte, wie z.B. OpenStreetMap, die gespiegelt werden.

Vermutlich werden, im Hinblick auf das Datenvolumen betrachtet, am meisten  der Reihenfolge nach Pronofilme, Spielfilme, Serien und Musik illegal konsumiert. Das bedeutet NUR für diese Posten dürfte eine Gebühr oder Steuer fällig werden!

Ein Volumen Ansatz würde auch Privatunternehmen treffen. Zum Beispiel ein Serverbetreiber der Wetterdaten ausliefert,  die er selbst erzeugt hat, frei verfügbare Daten "für die Gute Sache hostet" (z.b. OpenStreetMap) oder - reale Beispiele aus meinem Umfeld - ein Schreiner der sein Backup macht oder ein kleines Film-Unternehmen, die Werbestreifen oder Hochzeiten filmen und diese irgendwo sichern. Gerade im letzteren Fall sind die Backup-Datenvolumen enorm.  Jedes Unternehmen das zwei Standorte per VPN zusammen schaltet - sei es nur um sicher "Web-Telefonie" (VOIP) zu betreiben - ist hiervon betroffen.

Warum sollte hier auch nur ein Cent in einen Verwertungsumlagetopf fließen?

Das weitere Problem:

Die Kleinen können an einem Konzept, wie von Ihnen Herr Solmecke ursprünglich vorgeschlagen, auch nicht partizipieren - im Gegenteil! Es würde weiter eine Leistungs/Nutzens-Verzerrung geben.

Beispiel - ich lade ein Katzen-Video hoch - das ist das beste Katzenvideo, das die Menschheit je gesehen hat und macht plötzlich 10% des Traffics von Youtube aus. Wenn wir eine Pauschalverrechnung auf Volumen haben, geht das in den Verwertungsumlagetopf, wird umgerührt und nur weil es "wahrscheinlicher" ist, dass sich jemand eine Raubkopie der hunderten von Blockbuster-Filmen, die es so gibt anschaut, wird das Volumen hinterher trotzdem als Löwenanteil an sagen wir z.B. Warner-Brothers oder jetzt World-Disney fließen. Warum sollen diese Konzerne indirekt einen Großteil des Geldes bekommen, das ich durch das Datenvolumen meines Katzenvideos erzeugt habe? Und: wie komme ich und die anderen kleinen Kreativen denn in diesen Empfänger-Pool mit rein?

Thema Umlagetopf über Gieskannenkopf am Beispiel GEMA und Rundfunkgebühren:

Beispiel GEMA:

Tendenziell bekommen US-Künstler wie Madonna, "50Cent" und wie sie nicht alle heissen über die GEMA mehr Kohle, als der Kleinkünstler aus meinem Nachbardorf, der Kinderlieder schreibt, oder die Jugendband meines Freundes. Letztere hat 3 Alben heraus gebracht - die höre ich immer noch - das Zeug läuft auch manchmal noch hier in Kneipen in der Gegend bei Themenabenden, aber die bekommen faktisch nichts aus dem GEMA-pool. Warum? Weil sie nach einem x-beliebigem GEMA-Schlüssel nichts zu bekommen haben. Also prinzipiell das gleiche Problem wie im vorherigen Absatz. Trotzdem zahle ich damit indirekt Dinge mit, die für mich null Stellenwert besitzen und die ich auch nicht raubkopieren werde... und jene, die es aus meiner Sicht verdient haben, schauen in die Röhre...

Siehe dazu den sehr schönen Artikel von Herrn Bruno Kramm aus dem Jahre 2011:

https://brunokramm.wordpress.com/2011/12/15/diezweiklassen/

Beispiel Rundfunkgebühren (die ich übrigens haben will - aber eben auch demokratisiert!):

Da wird Lindenstraße (ok jetzt nichtmehr) und irgend ein anderer "Schrott", wie z.B. Land & Lecker oder ähnliches produziert, der mich nicht interessiert... Gleichzeitig jammern wir: "Warum wird sowas wie Game of Thrones oder ähnliches nicht mal in Europa produziert, warum müssen wir immer Zeug aus den USA kriegen?"... naja… weil die öffentlich-Rechtlichen es sich leisten können "am Publikum vorbei zu produzieren". Trotzdem zahle ich diese Dinge faktisch alle mit - auch wenn ich nur Politmagazine, Tagesschau, den ein oder anderen Tatort und Dinge wie Mord mit Aussicht oder Tatortreiniger in dem Bereich konsumiere!

Vermutlich haben Sie an der Argumentation oben schon bemerkt, woran ich mich störe: ich empfinde die Verteilung schlecht, willkürlich und mindestens intransparent.

Da jammern aber nicht hilft, sollte das im 21. Jahrhundert vielleicht wie folgt aufgebaut sein:

Der Lösungsansatz

Es wird ein "EU Ministerium für Medienverwertung" oder "Europaweite zentrale Verwaltungs- und Vergütungsstelle" geschaffen - diese ziehen analog bzw. als Ersatz zu den Rundfunkgebühren Geld pro Haushalt ein - oder besser noch pro Kopf (wie früher? oder war das pro Gerät?) - das hat in diesem Modell sogar Vorteile!

Hier werden sämtliche Gelder verwaltet und für die Konsumenten sowie Kreative sind ihre Anteile in Abgaben und zu erwartenden Einnahmen individuell einsehbar - ähnlich einem Bankkonto.

Es gibt 3 Teile in die eingezahlte Gelder gehen:

Teil 1 wird nach Gema-Art per Gießkanne verteilt - damit diese "Institute" nicht anfangen Wasser in die Augen zu bekommen, können sie meinetwegen auch auf diesen Topf direkt zugreifen, Gema, Gesellschaft zur Verwertung von Print-Medien, wie sie nicht alle heißen - wie diese das untereinander aufteilen, darf deren Problem bleiben.

Teil 2:  hier werden Bildungsprogramme und öffentlich-Rechtliche Sender sowie Theater u.ä. finanziert

Teil 3:  ist der spannende, der das Konzept für das 21. Jahrhundert rüstet!

über diesen können die Einzahlenden frei verfügen und anteilig einem Künstler zuweisen. Damit können die Einzahlenden quasi im Nachgang die Künstler bezahlen von denen sie bewusst oder unbewusst "raubkopiert" haben! Dies ist das Recht auf eine "Direktzuweisung" an wen das Geld nach bestem Wissen und Gewissen gehen sollte. (Jeder Einzahlende darf diesen Teil nicht an sich selbst überweisen! Niemand hört nur seine eigene Musik! Auch zirkuläre Zahlungen müssen soweit möglich vermieden werden - auch wenn in der sich gegenseitig Unterstützenden "klein Kreativen Community" zu Problemen führen kann und rechnerisch schwer abbildbar ist - aber jemand der besser in Prozentrechnen und Graphen-Theorie ist als ich wird hier einen sinnvollen Vorschlag finden und dies auch IMHO eher ein Detailproblem von denen wir an andererer Stelle schlimmere haben.)

Verteilten die Einzahler ihren Anteil nicht nach ihrem Recht auf "Direktzuweisung" um (Fall "Oma Erna" - für die das Internet zu kompliziert ist), wandert das Geld nach einer zu definierenden Frist wieder zu gleichen Teilen in Teil 1 und Teil 2 des gesamt-Topfes zurück.

Dann ist das Geld für "Oma Erna" zwar "futsch", aber da sie sich nicht darum gekümmert hat, ist es ihr vermutlich egal, wenn darüber jetzt weiter zur Hälfte die "neue Lindenstraße" finanziert wird und der Rest bei Madonna und Axel Springer landet.

All jene, die es jedoch interessiert, können hier fleißig "spenden" und nach bestem Wissen und Gewissen den Content fördern, den sie tatsächlich konsumieren. Damit sind plötzlich aber auch Teilhabe-Optionen für kleine Kreative offen und diese sind nicht mehr direkt von "Youtube-Almosen" abhängig. Dies wird in meinen Augen auch passieren, da "man das Geld ja sowieso schon ausgegeben hat". Der individuell verfügbare Verteilerschlüssel der "Direktzuweisungen" kann für einen beliebigen Zeitraum definiert und zu jedem Zeitpunkt geändert bzw. angepasst werden.

Zu der Beteiligung von Konzernen: Jeder, der mit Gewinnabsichten Inhalte in Form von Videos, Musik oder was auch immer "gratis" anbietet bei denen die Urheberrechte nicht 100%ig klar sind, zahlen einen geringen zu definierenden Prozentsatz ihrer Gewinne (vor Steuerflucht in nicht EU-Länder und eventuellen Kleinrechnungen!), die sie in der EU erwirtschaftet haben on top in diesen Gesamttopf und wird auf die Einzahlungen der Bürger umgelegt. Das bedeutet ein "Verwertungs-Euro" ist plötzlich mehr als einen realen Euro wert. Damit bekommt man auch die Non-EU Großkonzerne dazu, einen fairen Beitrag zu leisten und eine Querfinanzierung der öR sowie kleinen Kreativen. Gerne kann das auch nach Umsatz verschieden gestaffelt werden - das ist mir wiederum als Konsument egal. Für diese Unternehmen wäre es verpflichtend irgendwo auf der Seite einen Link auf die "Europaweite zentrale Verwaltungs- und Vergütungsstelle" anzubieten. Es steht jedem Schaffenden frei einen Link auf seinen "Klingelbeutel" bei dieser anzubieten.

Das Konzepte an sich gibt es schon - in Form von Plattformen wie  Steady, Tipee, Drip oder die wohl bekannteste - Patreon. Auch auf Twitch wird dieses Konzept schon in ähnlicher Weise mit verschiedensten Teilnehmern auf allen Seiten praktiziert. Um dieses nochmal zu verdeutlichen für jene, die mit dem Konzept nicht vertraut sind. Es ist vergleichbar mit Kickstarter - nur dass nicht einmalig Geld gesponsert wird für eine Sache, die man unterstützen möchte, sondern regelmäßig ein kleiner Betrag. Dadurch werde ich als Geldgeber zu einem "Mäzen unter vielen Gleichgesinnten" die einen Künstler unterstützen können. Das gibt es schon - davon leben Menschen - auch wenn sich einige Leser dies Zeilen sich dies vielleicht dies nicht vorstellen können :).

Wie genau der Anteil der 3 Töpfe aussieht ist auch fast egal solange der "eigenverwaltete" Anteil hoch genug (sprich nicht kleiner als einer der anderen Töpfe) ist. Alles zwischen 25,25,50% und 33,33,34% ist vermutlich gut und fair. Nehmen wir an jeder EU Bürger Zahlt Monatlich 30 Euro (nur um eine Beispielrechnung zu haben - vermutlich sollte es weniger sein zwischen 10-20EURO und wenn das eine Familie überfordert, findet man bestimmt Lösungen). Bei einer Aufteilung von 25,25,50% können Verwerter auch mit 7,50"Verwertungs-€" pro Monat pro EU-Einwohner mehr Kohle scheffeln als ihnen jetzt möglich ist (bei 500Mio Einwohner und 30€ macht das 500*10^6*30*0.25 = 3.8Milliarden Euro im Monat um die die Verwerter sich prügeln dürfen… ich bitte um öffentliche Ringkämpfe zur Unterhaltung des Volkes :P). Und sie dürfen ja noch auf die "träge Masse" und die "Oma Ernas" hoffen, die von ihrem Recht der "Direktzuweisung" keinen Gebrauch machen und den "Google-Multiplikator".

Wohlgemerkt - wir reden hier immernoch von einem 2x Bezahlen - das Netflix/Amazon was auch immer Abo fällt dadurch nicht weg! Da Plattformen wie Netflix aber schon die Rechte erworben haben und es irgendwie schaffen diese mit einer Flatrate mir an zu bieten, zahlen diese nicht in den Topf ein da hier die Urheberrechte absolut klar sind! Erhebungen auf Festplatten und CDs sollten damit auch hinfällig sein...

Vielleicht habe ich nicht alles erschlagen und irgendwo einen kapitalen Denkfehler. Aber ich glaube Amazon/Google, Kreative und Axel Springer - pardon ich meine "Rechte-VerwertungsInstitute" könnten mit diesem Ansatz auf paradiesische Zeiten hoffen. Rechtssicherheit ist bei ersteren jetzt gegeben (ok gegen Geld aber hey das war Teil der Idee oder?). Ein Konzept nahe an dem "bedingungslosen Grundeinkommen" für die einen und "Kohle für 3 Bild-Zeitungen" auf der anderen Seite - jeder ist ein Gewinner :) - take that Donald!

Ich weiss, dass das hart wird... denn viele Plattformen/Verwertungsstellen werden dadurch faktisch "obsolet" - und wir schleppen sie trotzdem weiter mit - soziale Marktwirtschaft ist, wenn dein Geschäftsmodell den Bach runter geht halt, auch mal nett... aber warum nicht mal etwas größer denken? Und nur weil einem keine gescheite Lösung einfällt. wie man das hin bekommt gleich einen klassischen "GEMA/Rundfunkgebühren Vorschlag" zu bringen, ist in meinen Augen zu kurz gegriffen… Und wie die Diskussion um Artikel 13 beweist, kann man ja offensichtlich etwas einfordern ohne auch nur irgendeinen Vorschlag zu machen, wie das in der Praxis funktionieren soll... da wären wir -glaube ich- aber schon einen Schritt weiter als die Verfechter von A13 in Brüssel :)

@Herr Solmecke: Sie könnten anhand ihrer Photo-Sharing Plattform ja mal versuchen zu erörtern, wie gut dieser Ansatz für Sie funktionieren würde.

Einige Gedanke noch:

Wenn es dieses Konzept umgesetzt werden sollte, müsste in meinen Augen auch SOFORT jegliche Nutzung von Tauschbörsen aller Art, die nicht gewinnorientiert sind, legal sein … Bit-Torrent ich komme und ziehe nicht mehr nur OSS-Software von dir :D - denn es wird ja über die Umlage schon bezahlt! Das wird einige ihrer Abmahn-Kollegen leider echt nicht freuen. Auf der anderen Seite sollten dann ISPs auch diese Protokolle nicht mehr drosseln oder blockieren dürfen. Auch Copyright Strikes und Probleme mit Rechteinhabern, die dazu führen, dass Kreative unter Umständen zu unrecht zur Kasse gebeten werden - teilweise mit fragwürdigen Mitteln- sollten der Vergangenheit angehören (Der Fall des Youtubers "Jameskii" sei hier nur als einzelnes Fallbeispiel von hunderten genannt). Aber auch das dürfen Sie, Herr Solmecke, gerne nochmal juristisch näher beleuchten.

Bei genauerer Betrachtung würde mit dem Vorschlag die grundsätzliche Existenzberechtigung der bestehenden Verwertungsgesellschaften eigentlich hinfällig werden. Damit diese aber einen Grund haben, diesen Weg mit zu beschreiten, sollte man versuchen, diese nicht abzuschaffen, sondern mit ins Boot zu nehmen. Sie haben über Jahre Leistung erbracht ohne die Kreative vermutlich gar nichts gehabt hätten. Egal wie gut oder schlecht man ihr Konzept fand - wir hatten nichts besseres. Und ja - das Gießkannenprinzip wird hier nicht abgeschafft, aber entschärft - und über den "Google-Multiplikator" bekommen, eben nicht nur die Verwertungsgesellschaften mehr Geld, sondern auch die Kleinen, die ja nach wie vor fast vollständig aus Teil 3 des Topfes bedient werden. Es wird auch niemandem verboten in den Klingelbeutel von Madonna oder Herrn Axel Springer zu "überweisen".

Um es mit dem Slogan der Piraten-Partei zu sagen (nein - ich habe kein Parteibuch :P)

Klarmachen zum ändern!

Vielen Dank & Grüße,

Martin J. F. Reiter

PS: Die seriösen Menschen unter den Lesern mögen mir die etwas flapsige Art in einigen Passagen nachsehen. Sie ist der Tatsache geschuldet, dass wir hier ein Generationen übergreifendes Problem diskutieren, das in vielerlei Hinsicht komplex ist. Die Jungen wollen etwas Unterhaltung und keinen trockenen Politkeks - die alten Eisen verstehen im Gegenzug das Konzept Patreon häufig nicht. Lassen Sie uns bitte in der Mitte treffen und eine produktive Diskussion anstoßen, auf dass wir gemeinsam eine Lösung für ein gemeinschaftliches, solidarisches und faires Europa finden.

Dieser Text ist unterliegt der Creative Commons Lizenz 4.0 (CC BY 4.0) mit Referenzierung auf das Originalwerk darf es beliebig vervielfältigt und geändert werden, solange die Originalquelle genannt wird - auch wenn ein Herr Voss nicht versteht, warum man sowas machen will und ein Axel Springer aus der Haut über dieses sozialistische Gehabe fährt …

Oh ja - Herr Springer: für Sie gilt dies nicht… Sie dürfen mit diesem Text rein gar nichts! Auch Angestellte oder "freie" Mitarbeiter Ihrer Verlage dürfen diesen Text NUR verlinken - pro Klick auf den Link, der direkt von einer Ihrer Seiten kommt, verlange ich 10€! Wenn Sie hierüber berichten, ist ein Link für Sie Pflicht - seriöse Berichterstattung nennt ihre Quellen! Damit wird nicht Ihre Auffassung des Artikel 5 GG verletzt, wonach ja schon ein Link ein hinreichendes Zitat ist. Sie sollten da halt nur mit gutem Beispiel voran gehen! Wie Sie das  technisch und organisatorisch in irgendwelchen ihrer Print- oder Online- Blätter lösen, ist Ihr Bier! Wie Du "Suchmaschinen" so ich Dir…

Wer mir für diese "fixe" Idee Geld geben möchte, darf es gerne tun - damit bekommt er aber nicht die Rechte an irgend etwas…

Wenn sich die Idee  durchsetzt, und ich unbedingt etwas dafür offiziell bekommen soll, hätte ich als Entlohnung aus der breiten Masse gerne von jedem "Verwaltungseuro" einen Anteil von 10^-10 - nach meinen Hochrechnungen würde das etwa 1,5 symbolische Euro im Monat machen (ohne Google-Multiplikator) :D - aber eigentlich will ich kein Geld dafür - brauche ich auch nicht :P

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Persönliches Kommentar zu den öffentlich Rechtlichen findet ihr jetzt hier da es für die Diskussion irrelevant ist.

 

Änderungsprotokoll

An den Kernaussagen werde ich nichts ändern - ich ändere um einige Passagen besser verständlich zu machen. Ich führe trotzdem Buch darüber.

2019-03-26 14:06 Saarbrücker Zeit

2019-03-26 02:44 Saarbrücker Zeit

2019-03-26 02:06 Saarbrücker Zeit

2019-03-26 01:54 Saarbrücker Zeit

2019-03-25 08:15 Saarbrücker Zeit

 

 

DSGVO Erklärung